Herr K. kam nach Humoriana,
weil er sich verfahren hatte.
Das war nichts Besonderes.
Besonders war nur,
dass er es sofort beheben wollte.

Er stieg aus, faltete seine Karte auseinander
(dreimal zu groß für die Realität)
und fragte die erste Person, die er sah.

Das war Paul, der gerade auf einer Brücke stand
und nichts tat.

„Entschuldigen Sie“, sagte Herr K.,
„können Sie mir sagen, wo ich hier bin?“

Paul schaute nach unten.
Dann nach oben.
Dann auf die Brücke.
„Sie stehen“, sagte er schließlich,
„auf etwas, das noch hält.“

Herr K. nickte.
Er war höflich.
Aber unzufrieden.

Am Fluss Lachlach traf er Mila,
die Tee kochte, obwohl es warm war.
„Ist das die Innenstadt?“ fragte Herr K.

„Kommt drauf an“, sagte Mila,
„ob Sie gerade denken oder nur unterwegs sind.“

Herr K. notierte sich das.
Er notierte sich vieles.
Das half sonst immer.

Weiter hinten malte Clara neue Wege auf den Boden.
„Entschuldigung“, sagte Herr K.,
„das hier ist doch kein offizieller Weg?“

„Noch nicht“, sagte Clara
und malte eine Kurve,
die eindeutig nicht nötig war.

Herr K. begann, leicht zu schwitzen.
Nicht wegen der Hitze.
Wegen der Unklarheit.

Er setzte sich auf eine Bank,
wo Oskar bereits saß
und nichts löste.

„Gibt es hier ein Rathaus?“ fragte Herr K.

„Ja“, sagte Oskar.
„Aber es hört mehr zu,
als dass es entscheidet.“

Das gefiel Herrn K. nicht.
Er mochte Entscheidungen.
Am liebsten abgeschlossene.

Als es Abend wurde,
gingen die Lichter an.
Oder eher: sie entschieden sich, sichtbar zu sein.
Laura hatte ihre Finger im Spiel.

Herr K. stand immer noch da.
Ohne Ziel.
Mit leerem Notizblock.

„Ich glaube“, sagte er schließlich laut,
„ich bleibe nur kurz.“

Der Fluss lachte.
Nicht laut.
Aber eindeutig.

Am nächsten Morgen
war Herr K. immer noch da.
Er hatte keinen Plan mehr.
Aber Kaffee.

Und zum ersten Mal seit Langem
hatte er das Gefühl,
dass das reichte.