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Stadt Humoriana

Wenn der Betriebshof vor allen anderen wach ist

Eine Geschichte über Arbeit, die meistens erst auffällt, wenn sie nicht gemacht wird.

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Wenn die meisten Fenster in Humoriana noch dunkel sind, ist am städtischen Betriebshof oft schon Licht.

Im Herbst werden Laubtouren geplant, im Winter Strecken für den Streudienst kontrolliert, im Frühjahr Schlaglöcher aufgenommen und im Sommer Blumenbeete bewässert, bevor die Hitze kommt. Viel davon geschieht, ohne dass jemand zusieht. Das ist vermutlich der Normalzustand guter kommunaler Infrastruktur.

Einmal blieb nach einem Sturm ein großer Ast auf dem Radweg am Lachlach liegen. Um 5.48 Uhr ging die Meldung ein. Um 6.22 Uhr war der Weg wieder frei. Die erste Beschwerde, warum dort „noch niemand etwas getan“ habe, traf um 6.07 Uhr per E-Mail ein.

Der zuständige Kollege druckte die Nachricht später aus und hing sie für zwei Tage an die Pinnwand. Nicht aus Ärger, sagte er. Eher als Erinnerung daran, dass Geschwindigkeit immer auch eine Frage des Blickwinkels ist.

Aus dem Betriebsalltag: Laub fällt ohne Termin, Schnee hält sich selten an Dienstpläne und Schlaglöcher haben leider keine Sprechzeiten.