Die Ampel an der Kreuzung Marktstraße/Brückenweg war einmal Gegenstand von 43 Beschwerden in knapp zwei Monaten. Der häufigste Vorwurf: Sie sei zu lange rot.
Das Tiefbauamt prüfte die Schaltung, zählte Fahrzeuge, Fußgänger und Fahrräder und stellte fest, dass die längste reguläre Wartezeit 86 Sekunden betrug. Gefühlt waren es offenbar drei Minuten, gelegentlich auch „mindestens fünf“. Messbare Zeit und erlebte Zeit sind im Straßenverkehr entfernte Verwandte.
Bei der nächsten Anpassung wurde die Fußgängerphase verlängert, weil eine Seniorengruppe darauf hingewiesen hatte, dass die bisherige Räumzeit knapp bemessen war. Autofahrer mussten danach durchschnittlich sieben Sekunden länger warten. Die Zahl der Beschwerden sank trotzdem.
Vielleicht, weil die Verwaltung die neue Schaltung nicht nur änderte, sondern erklärte. Vielleicht auch, weil man sieben Sekunden leichter akzeptiert, wenn man weiß, wem sie helfen.
