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Die wandernde Parkbank

Eine Bank wurde jeden Abend um wenige Zentimeter verschoben – bis ein ganzer Straßenzug darüber diskutierte, wo eigentlich der beste Platz ist.

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Kleine Streiche

Die neue Bank am Rosenplatz war korrekt aufgestellt, fest verschraubt und nach Plan exakt 1,40 Meter vom Pflanzbeet entfernt. Trotzdem hatte Herr Klose nach einer Woche das Gefühl, sie stehe schief. Nicht viel. Vielleicht fünf Zentimeter. Am nächsten Tag schien sie wieder anders zu stehen.

Der Betriebshof kontrollierte die Befestigung und stellte fest: Die Bank war gar nicht verschraubt worden. Wegen einer fehlenden Lieferung stand sie vorübergehend nur auf schweren Füßen. Jemand aus der Nachbarschaft nutzte das offenbar aus und schob sie abends immer ein kleines Stück dorthin, wo am nächsten Morgen die Sonne zuerst hinfiel.

Nach einigen Tagen entwickelte sich daraus eine stille Abstimmung. Frühschicht: Bank Richtung Sonne. Nachmittagsrunde: Bank Richtung Schatten. Jugendliche: Bank leicht schräg zur Straße, weil man dort besser Leute sehen konnte. Niemand gab zu, beteiligt zu sein.

Als die Befestigung schließlich geliefert wurde, fragte der Betriebshof nicht den Lageplan, sondern die Menschen auf dem Platz. Die Bank steht heute genau zwischen Sonnen- und Schattenposition. Manchmal ist ein Kompromiss eben nur eine Parkbank, die zehn Zentimeter anders steht.

Humoriana merkt an: Schabernack funktioniert am besten, wenn hinterher mehr Menschen lächeln als sich ärgern – und wenn sich alles ohne Schaden wieder aufräumen lässt.