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Die stillste Demonstration Humorianas

Zwölf leere Gartenstühle auf einem Platz sorgten für mehr Gespräche als mancher lange Redebeitrag.

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Nachbarschaft & Nonsens

An einem Sonntagmorgen standen zwölf unterschiedliche Gartenstühle auf dem kleinen Platz an der Mühlenstraße. Auf jedem lag ein Zettel: „Hier könnte man sitzen.“ Mehr nicht. Keine Unterschrift, keine Forderung, keine Lautsprecher.

Die Nachbarschaft wusste sofort, worum es ging. Seit Monaten wurde darüber gesprochen, dass auf dem Platz zwar Bäume, aber kaum Sitzgelegenheiten vorhanden waren. Die improvisierte „Demonstration“ war offensichtlich nicht genehmigt, blieb aber friedlich und blockierte keinen Weg.

Noch am selben Tag räumten die Eigentümer ihre Stühle wieder weg. Eine Woche später lag dem Bezirksausschuss ohnehin eine Vorlage für zwei neue Bänke vor. Ob die Stühle die Entscheidung beschleunigten, lässt sich nicht belegen.

Als die Bänke Monate später montiert wurden, klebte morgens ein kleiner Zettel daran: „Stuhlversammlung beendet.“ Manchmal ist Beteiligung besonders wirksam, wenn sie nicht so tut, als hätte sie schon alle Antworten.

Humoriana merkt an: Eine gute Nachbarschaft erkennt man manchmal daran, dass nicht jeder Unsinn sofort zum Problem erklärt wird.