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Die Kreidekrone auf dem Gullideckel

Ein unscheinbarer Gullideckel bekam eine Krone – und plötzlich sahen viele Menschen genauer hin, worüber sie täglich hinweggehen.

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Kleine Streiche

Vor der Stadtbibliothek malte jemand mit gelber Straßenkreide eine kleine Krone um einen Gullideckel. Daneben stand: „König der Unterwelt“. Am Nachmittag war die Krone noch da, am Abend hatte jemand zwei Kreidepunkte ergänzt, die verdächtig wie Augen aussahen.

Am nächsten Morgen kamen Kinder auf dem Schulweg absichtlich an dem Deckel vorbei. Ein Vater erklärte seinem Sohn dabei, dass darunter kein Königreich liege, sondern ein Teil der Kanalisation. Aus dem Scherz wurde innerhalb von drei Minuten eine ziemlich brauchbare Unterrichtsstunde über Regenwasser.

Die Stadtreinigung ließ die Kreide bis zum nächsten Regen stehen. „Sie ist wasserlöslich und der Deckel erfüllt weiterhin alle königlichen Pflichten“, hieß es intern. Dieser Satz gelangte auf unbekanntem Weg bis zur Bibliothek, wo er auf einer kleinen Tafel zitiert wurde.

Nach dem Regen war die Krone verschwunden. Der Gullideckel sah wieder aus wie jeder andere. Nur einige Kinder grüßten ihn noch mehrere Wochen mit einem kurzen Nicken.

Humoriana merkt an: Schabernack funktioniert am besten, wenn hinterher mehr Menschen lächeln als sich ärgern – und wenn sich alles ohne Schaden wieder aufräumen lässt.