Rathaus mit Augenzwinkern
Im Bürgerbüro beginnen die Wartemarken normalerweise bei 1. Eines Morgens lag jedoch auf einem Stuhl eine sauber gedruckte Nummer 0. Niemand wusste, woher sie kam. Das System konnte sie nicht ausgeben, die Kolleginnen an der Information ebenfalls nicht.
Als die Anzeige „14“ aufrief, hob ein älterer Herr die Null hoch und fragte freundlich, ob er damit möglicherweise schon gestern dran gewesen sei. Der ganze Wartebereich lachte, sogar die Person mit Nummer 31, die bis dahin eher wenig Anlass dazu gesehen hatte.
Schließlich stellte sich heraus, dass ein Kind die Zahl zu Hause gebastelt und beim Termin seiner Mutter verloren hatte. Die Mutter entschuldigte sich. Die Mitarbeiterin am Schalter klebte die Null kurzerhand an den Rand des Monitors. „Für besonders dringende Fälle aus der Zeit vor der Eins“, sagte sie.
Die Nummer hängt dort nicht mehr. Aber seitdem heißt ein schneller interner Gefallen im Bürgerbüro gelegentlich „Vorgang Null“. Natürlich nur, wenn niemand in der echten Warteschlange dadurch länger warten muss.
