Als die Stadtbibliothek ihr Ausleihsystem erneuerte, brachte Frau Heinemann ihre alte Bibliothekskarte mit. Ausgestellt 1989, laminiert, leicht verbogen und mit einer Nummer, die längst nicht mehr in das neue Format passte.
Technisch hätte man sie einfach ersetzen können. Praktisch hielt Frau Heinemann die Karte so fest, dass die Mitarbeiterin nach einer anderen Lösung suchte. Die neue Mitgliedsnummer wurde im System angelegt, die alte Karte durfte bleiben. Auf der Rückseite klebt seitdem ein kleiner Barcode.
Frau Heinemann leiht heute E-Books aus und lässt sich gelegentlich beim Einrichten neuer Geräte helfen. Ihre alte Karte zeigt sie trotzdem jedes Mal vor.
Digitalisierung bedeutet nicht immer, das Alte wegzuwerfen. Manchmal reicht es, ihm einen Barcode zu geben.
