Stadt Humoriana · Serviceportal

Stadt Humoriana

Die Ampel, die angeblich beleidigt war

Eine Ampel schaltete ganz normal – trotzdem verbreitete sich das Gerücht, sie sei wegen ständigen Knopfdrückens beleidigt.

← Alle Stadtgeschichten

Nachbarschaft & Nonsens

An der Fußgängerampel am Parkweg klebte eines Morgens ein kleiner Zettel: „Einmal drücken reicht. Die Ampel hat Sie gehört.“ Darunter hatte jemand später ergänzt: „Mehrfaches Drücken macht sie nur nervös.“

Der Hinweis war technisch gar nicht so falsch. Der Taster registrierte den Wunsch beim ersten Drücken, zehn weitere Male beschleunigten die Grünphase nicht. Trotzdem begannen Kinder, Erwachsenen zu erklären, man solle die Ampel nicht stressen.

Die Stadt entfernte den privaten Zettel und ersetzte ihn einige Wochen später durch einen offiziellen Hinweis: „Einmal drücken genügt.“ Ohne den Satz über die Gefühle der Ampel. Dafür erzählte der zuständige Techniker bei einer Schulführung, dass Geräte zwar nicht beleidigt seien, aber Menschen erstaunlich geduldig werden, wenn man ihnen erklärt, warum etwas dauert.

Seitdem hört man an der Kreuzung gelegentlich Eltern sagen: „Lass sie, sie weiß Bescheid.“ Die Ampel schweigt dazu professionell.

Humoriana merkt an: Eine gute Nachbarschaft erkennt man manchmal daran, dass nicht jeder Unsinn sofort zum Problem erklärt wird.