Nachbarschaft & Nonsens
Nach drei Regentagen stand im Hausflur der Brückenstraße 18 eine ganze Sammlung nasser Schirme. Einer tropfte auf die Fußmatte, einer kippte ständig um, einer gehörte offenbar niemandem. Am vierten Tag klebte neben der Tür ein Schild: „Regenschirmparkplatz – Kurzzeitparken 24 Stunden.“
Darunter waren mit Klebeband kleine Stellplätze auf dem Boden markiert. Morgens standen vier Schirme ordentlich darin. Am Abend waren es sieben. Jemand hatte sogar einen winzigen Pfeil für „Ausfahrt“ aufgeklebt.
Die Hausverwaltung erfuhr davon, als sie wegen eines ganz anderen Termins vorbeikam. Sie bestand darauf, dass der Fluchtweg frei bleiben müsse. Die Bewohner verschoben den Parkplatz an eine sichere Nische und kauften schließlich gemeinsam einen richtigen Schirmständer.
Das Schild hängt noch heute darüber. Die Stellplätze sind verschwunden. Ordnung hat sich durchgesetzt – aber nicht, ohne vorher kurz Spaß gehabt zu haben.
