Kleine Streiche
An einem Montagmorgen klebte am Sockel des Rathausbrunnens ein kleiner QR-Code. Darunter stand in erstaunlich amtlich wirkender Schrift: „Aktuelle Informationen zum Wasserstand“. Das Ordnungsamt wurde aufmerksam, weil weder die Stadtwerke noch das Rathaus dort etwas angebracht hatten.
Der Code führte nicht zu einer dubiosen Seite und auch nicht zu Werbung. Er öffnete ein Foto des Brunnens mit dem Text: „Wasserstand: nass. Weitere Entwicklung wird beobachtet.“ Darunter befand sich ein zweiter Satz: „Bitte trotzdem nicht hineinsteigen.“
Die Urheberin war schnell gefunden. Eine Auszubildende aus einem Laden am Marktplatz hatte den Zettel in ihrer Mittagspause gestaltet. Sie bekam den Hinweis, dass amtlich aussehende Aushänge besser nicht ohne Absprache an städtischem Eigentum hängen sollten. Danach musste selbst der Mitarbeiter des Ordnungsamts lachen.
Der Zettel wurde entfernt. Ein paar Wochen später veröffentlichte die Stadt auf ihrem echten Social-Media-Kanal ein Bild des Brunnens nach starkem Regen. Überschrift: „Wasserstand: weiterhin nass.“ Manche Scherze werden erwachsen, wenn man sie ordentlich anmeldet.
