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Der Kuchen, der dreimal zum Rathaus kam

Ein Dankeskuchen wurde so oft weitergereicht, dass am Ende fast niemand mehr wusste, wem eigentlich gedankt wurde.

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Markt, Bäcker & Begegnungen

Eine Bürgerin brachte dem Bürgerbüro einen Marmorkuchen, weil ihr bei einer komplizierten Ummeldung besonders geduldig geholfen worden war. Die Mitarbeiter dort freuten sich, hatten aber am selben Tag bereits Kuchen von einem Geburtstag. Also gaben sie die Hälfte an die Kolleginnen vom Standesamt weiter.

Dort war gerade eine Hochzeitsgesellschaft mit zu viel Gebäck. Der Kuchen wanderte weiter zur Poststelle. Die Poststelle wiederum schickte ein großes Stück zum Betriebshof, weil dort jemand Unterlagen abgeholt hatte. Am Nachmittag stand derselbe Kuchen, inzwischen deutlich kleiner, im Aufenthaltsraum der Straßenunterhaltung.

Ein Mitarbeiter fragte, wofür der Kuchen eigentlich sei. Die Antwort lautete: „Für gute Arbeit, irgendwo im Rathaus.“ Das reichte ihm.

Am nächsten Tag schickte der Betriebshof eine Postkarte ans Bürgerbüro: „Kuchen ordnungsgemäß weiterverarbeitet. Keine Restmängel.“ Die Bürgerin bekam später davon erzählt und fand, ihr Dank sei offenbar weiter gekommen als geplant.

Humoriana merkt an: Stadtleben passiert dort, wo Menschen einander nicht geplant begegnen – oft mit Tüte, Tasse oder Einkaufskorb in der Hand.