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Der Brief an Herrn Winterdienst

Ein Kind schrieb einen Beschwerdebrief an „Herrn Winterdienst“ – und bekam eine Antwort von einem ganzen Team.

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Rathaus mit Augenzwinkern

Nach dem ersten Schneetag des Jahres lag im Rathaus ein handgeschriebener Brief. Adressiert war er an „Herrn Winterdienst, Stadt Humoriana“. Darin beschwerte sich die achtjährige Mila darüber, dass vor ihrer Schule zwar die Straße geräumt sei, aber der kleine Hügel am Park dadurch „viel zu glatt zum Schlittenfahren“ geworden sei.

Der Brief landete beim Betriebshof. Dort hätte man schlicht erklären können, dass der Hügel kein offizieller Rodelhang ist. Stattdessen antwortete das Team gemeinsam. „Liebe Mila, Herrn Winterdienst gibt es nicht. Wir sind sieben Leute, zwei große Fahrzeuge, ein kleines Fahrzeug und sehr viel Kaffee.“ Danach erklärten sie, warum zuerst Straßen, Buslinien und Schulwege gesichert werden.

Mila schrieb zurück, sie verstehe das. Sie wünsche den sieben Leuten trotzdem einmal einen freien Schneetag. Der Brief hängt heute in Kopie im Aufenthaltsraum des Betriebshofs.

Seitdem wird intern manchmal gefragt, ob „Herr Winterdienst“ schon unterwegs sei. Die Antwort lautet stets: „Nein. Aber seine sieben Kolleginnen und Kollegen.“

Humoriana merkt an: Verwaltung bleibt Verwaltung. Aber zwischen Aktenzeichen und Öffnungszeit arbeiten Menschen – und die dürfen gelegentlich lachen.