Wer abends über den Rathausplatz geht, sieht manchmal noch Licht in einem Büro im zweiten Stock.
An einem Mittwoch um 21.17 Uhr saßen dort drei Beschäftigte über den Unterlagen für eine kurzfristig angesetzte Ausschusssitzung. Keine Krise, kein dramatischer Einsatz. Nur Fristen, Anlagen und Zahlen, die am nächsten Morgen stimmen mussten.
Von außen wirkt Verwaltung oft wie Öffnungszeiten und Formulare. Dahinter stehen Menschen, deren Arbeit genauso Termine, Überstunden und zu kalten Kaffee kennt wie anderswo.
Um 21.43 Uhr ging das Licht aus.
Rathausrealität: Akten schlafen nachts nicht besser, nur weil das Gebäude geschlossen ist.
